„Rügen, Ranen, Rachedurst“

heißt das Buch. In der fiktiven Geschichte agieren auch echte Ermittler wie Forensiker Mark Benecke. Der Krimi wird auf der Insel mit Casting-Absolventen nachempfunden.

Das sind keine Sushi-Rollen! Dr. Benecke sucht mit Hilfe von Maden und Würmern nach dem Mörder.
Das sind keine Sushi-Rollen! Dr. Benecke sucht mit Hilfe von Maden und Würmern nach dem Mörder.So kennt man Dr. Made (39) als Gerichtsmediziner vor einer Filmleiche.
So kennt man Dr. Made (39) als Gerichtsmediziner vor einer Filmleiche.
Geilenkirchen/Rostock (OZ) – Ein Mord wird geschehen, so viel steht schon mal fest. Und man kann — sofern man das Krimi-Casting besteht — sogar als Zeuge dabei sein. Allerdings nur auf dem Papier, auf den Seiten des Tourismuskrimis „Rügen, Ranen, Rachedurst“. Das Team aus dem Journalisten Albert Baeumer und dem „Jerry Cotton“-Autor Alfred Bekker entwirft derzeit eine Kriminalgeschichte mit verschiedenen Schauplätzen auf Rügen, in der reale Figuren agieren sollen. Allen voran der populäre Forensiker und Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke, der als Hauptfigur dem Mörder auf der Spur sein wird. Die bereits konstruierte Geschichte wird nach dem Ermitteln von etwa einem Dutzend Bewerbern, die per Losverfahren ausgewählt werden, vervollständigt. „Die Persönlichkeitsrechte werden gewahrt“, verspricht Baeumer, der sich mit den ausgelosten Mitspielern ausführlich in Verbindung setzen will. Daneben wurden waschechte Polizisten der Direktion Stralsund gewonnen, deren detailliertes Profil die Autoren in diesen Tagen aufnehmen. „Auch die Infrastruktur von Rügen wird eingebaut“, erklärt Baeumer, Erfinder des patentierten Tourismuskrimis. Schauplätze in Putbus, Bergen, Ralswiek und andernorts werden in die Handlung, deren Fäden sich um den gesamten Globus spannen, integriert. Dem Täter auf der Spur, ermittelt Dr. Mark Benecke vom real existierenden Hotel, in dem er absteigt, bis hin zu den erhaltenen Relikten der Ranen, jenen Slawen, die einst Rügen bewohnten.

Dem Tourismus-Buchkrimi sollen außerdem eine Karte sowie ein Gutscheinheft beiliegen. „Der Mord ist zwar das Hauptthema, unterschwellig soll aber auch der Hinweis auf Rügen als Urlaubsziel in der Nebensaison gegeben werden“, betont Baeumer. Die vom Buch profitierenden touristischen Dienstleister fördern das Projekt, das für den Autoren aus Geilenkirchen das dritte seiner Art ist.

Im Selfkant, seiner im äußersten Westen Deutschlands gelegenen Heimat-Region, avancierten die Vorgänger zum regionalen „Bombenerfolg“. Da deren Hauptfigur, der rasende Reporter Georg Schmitz, außerhalb Nordrhein-Westfalens wenig bekannt ist, bemühte man sich mit Dr. Mark Benecke um einen neuen, deutschlandweit bekannten Helden. „Er löst den Mordfall nun auf wissenschaftliche Art und Weise“, erklärt Baeumer, dessen konstruierte Geschichte vom fachkundigen Forensiker auf Herz und Nieren geprüft wird. Dr. Mark Benecke beschäftigt sich auch im wahren Leben mit der Aufklärung von Mordfällen. Der Kölner ist unter anderem durch diverse Auftritte in TV und Radio bekannt geworden. Durch die Aufklärung von Mordfällen mit Hilfe der an Tatort und Leichnam vorgefundenen Tierchen ist er zu dem Namen „Dr. Made“ gekommen. Ein moderner Sherlock Holmes? Benecke spürt Parallelen auf: „Wie ihm ist mir langweilig, wenn ich nicht total verrückte Fälle laufen habe. Ich rauche Pfeife. Und in meiner Aktentasche ist immer eine Lupe“. Vielseitig und stets unterwegs, frischt der aufgekratzte Experte das verstaubte Bild des trockenen Wissenschaftlers auf. Auch einen zurückliegenden Besuch auf der größten Insel Deutschlands, seinem künftigen fiktiven Kriminallabor, hat sich der 39-Jährige auf eine besondere Weise konserviert. „Der Räucherfisch war total lecker“, erzählt der Forensiker, mittlerweile Vegetarier. „Eine Makrelenhaut habe ich mir sogar auf den Arm tätowieren lassen.“ Ebenfalls auf den Leib geschrieben werden soll ihm die Hauptrolle im Rügen-Krimi. Der bekennende „verrückte Wissenschaftler“ verrät jedoch eine Schwäche, die das Autorenduo beachten sollte: „Auf dem Karussell und erst recht auf der See wird mir schlecht.“ Eine wilde Verfolgungsjagd auf der Ostsee sollte der Krimi-Held also nicht unternehmen. Nicht nur diese Tatsache stünde einer Verfilmung mit Benecke im Wege: „Der Regisseur müsste Nerven aus Stahl haben und ich bräuchte wohl Schauspiel-Stunden.“ Bereits zur Internationalen Tourismus-Börse (ITB) im März 2010 in Berlin soll „Rügen, Ranen, Rachedurst“ auf den Markt kommen. Gewillte Zeugen können sich noch bis Ende November beim Krimi-Casting melden.

Bewerben unter www.krimicasting.de

Quelle: www.ostsee-zeitung.de | 14.11.2009

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